Werkliste
Lune

Lune - Hommage à Claude Debussy

Die Ideen zu meiner zweiteiligen Komposition „Lune“ sind vielschichtig. „Lune“ ist ein Spiel mit Worten und Zahlen sowie eine virtuelle Licht- und Klangreise einmal um die Welt, aus der Perspektive des Mondes betrachtet, ist aber ebenso eine Parabel über Ewigkeit und stetige Veränderung, über das Diesseits und das Jenseits. „Lune“ ist meine persönliche Hommage an den großen Klangmeister Claude Debussy und sein heute wie damals aktuelles Werk. Der Titel meiner Komposition steht in Anlehnung an eines der bekanntesten Werke Debussys “Clair de Lune” aus der “Suite bergamasque”. Das Instrumentarium setzt sich in Anlehnung an zwei von Debussy völlig neu konzipierte Trio-Besetzungen zusammen, zum einen des letzten vollendeten Werkes des Komponisten, der Sonate für Flöte, Viola und Harfe (für mich stellvertretend für das Diesseits) und der am Ende des Autographs dieses Trios vermerkten Besetzung eines nicht mehr realisierten Folgewerkes für Oboe, Horn und Cembalo (stellvertetend für das Jenseits), wobei ich für meine Komposition aus klangfarblichen Gründen eine Altquerflöte und ein Englischhorn gewählt habe.

Der Text besteht ebenfalls aus zwei parallel zueinander verlaufenden Ebenen: während der Chor durch das gesamte Werk lediglich das Wort „Mond” in 56 verschiedenen Sprachen und jeweils dazugehörigen Motiven singt - stellvertretend für die 56 Lebensjahre Debussys - durchzieht den zweiten und Hauptteil der Komposition der einem Mezzo-Sopran zugeordnete Ausschnitt des Gedichtes <Canto notturno di un Pastore errante dell’Asia> (Nachtgesang eines wandernden Hirten in Asien) von Giacomo Leopardi
(1798-1837). Die 56 Motive erklingen in der von mir entwickelten „Kaleidoskoptechnik” im ersten zeitweise aleatorischen Teil des Stückes zunächst nach Vokalfärbungen geordnet. Nach einem instrumentalen den Chorklang imitierenden Zwischenteil erscheinen im Hauptteil alle Motive nach ihrem jeweils auf der Erde vorkommenden Gebrauch und zwar längengradmäßig geordnet, einem virtuellen Mondaufgang einmal um den Globus nachempfunden.

Die Uraufführung dieses Auftragswerkes fand im Turm des Deutschen Museums in München anläßlich des
100-jährigen Gründungsjubiläums am 17. Mai 2003 mit dem Ensemble Chrismòs unter der Leitung von Alexander Hermann statt.

Stefanie Früh - Mezzo-Sopran
Ulrike Stickrozh - Altquerflöte
Agatha Fiolek - Viola
Veronika Ponzer - Harfe
Daniela Langanki - Englischhorn
Harald Maier - Horn
Anne Horsch - Cembalo

 

[Lune]